קהילה קונסטנץ

SYNAGOGENGEMEINDE KONSTANZ

Schottenstraße 73

Wochenabschnitt

Bild: "STILL LIFE WITH THE OPEN TORAH "

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Mikez (30.11.2013)

Quelle und ©: Orthodoxe Rabbinerkonferenz Deutschland

Inhaltsangabe – Abschnitt für Abschnitt

1. Abschnitt (41:1 – 41:14)

WaJehi Mikez scheNatajim Jamim uPhar’oh cholem wehine omed al-haJeor… – Nach Verlauf zweier Jahre hatte Pharaoh einen Traum: er stand am Nil…

Während Jossef im Gefängnis sitzt, hat der Pharaoh einen Traum, in dem sieben gutgenährte Kühe von sieben mageren Kühen aufgefressen werden. In einem weiteren Traum sieht er sieben Ähren, voll von Korn, die von sieben ausgedörrten Ähren verschlungen werden.

Der Pharaoh aber möchte die Träume gedeutet haben. Sein Mundschenk (siehe Paraschat WaJeschew) erinnert sich an Jossef, der daraufhin aus dem Gefängnis geholt wird.

2. Abschnitt (41:15 – 41:38)

Jossef deutet Pharaohs Träume: auf sieben gute werden sieben schlechte Jahre folgen. Und er gibt dem Pharaoh Ratschläge, wie die sieben schlechten Jahre, die von einer großen Hungersnot geprägt sein werden, über-standen werden können.

3. Abschnitt (41:39 – 41:52)

Als Jossef zum Vizekönig ernannt wird, setzt er die Maßnahmen um, die er dem Pharaoh unterbreitet hatte. Er heiratet die Tochter von Dina und Poti Pera (dem ägyptischen Beamten aus der Paraschah der vergangenen Woche) und bekommt zwei Söhne: Menascheh und Ephrajim.

4. Abschnitt (41:53 – 42:18)

Die Hungersnot der sieben schlechten Jahre beginnt und dank Jossefs Weisheit (er hatte in den sieben guten Jahre Vorräte anlegen lassen) gibt es genügend Nahrung in Ägypten.

Seine Brüder kommen aus Kenaan, um Nahrungsmittel zu kaufen. Jossef erkennt er sie wieder, sie ihn aber nicht. Er klagt sie wegen Spionage an und läßt sie ins Gefängnis werfen.

5. Abschnitt (42:19 – 43:15)

Von seinen Brüdern verlangt Jossef, daß sie auch ihren jüngsten Bruder (Binjamin) nach Ägypten holen; er hält währenddessen Schimon als Pfand zurück. Für die Reise nach Kenaan gibt Jossef ihnen Proviant mit.

In Kenaan angekommen, berichten sie Ja’akow, welcher in Kenaan geblieben war, von der Forderung Jossef’s, Binajmin mit nach Ägypten zu bringen.
Ja‘akow sperrt sich dagegen, läßt Binjamin schließlich aber doch wegen der Hungersnot mit seinen Brüdern nach Ägypten ziehen.

6. Abschnitt (43:16 – 43:29)

In Ägypten sind nun alle Brüder wiedervereint und Jossef lädt sie an seinen Tisch ein, wobei er Binjamin zum ersten Mal nach Jahren wiedersieht. Jossef erkundigt sich bei ihnen nach dem befinden ihres Vaters Ja’akow (Jossefs Brüder haben ihn zu diesem Zeitpunkt noch nicht wiedererkannt).

7. Abschnitt (43:30 – 44:17) / Maftir (44:14 – 44:17)

Da seine Brüder wieder zurück zu ihrem Vater Ja’akow nach Kenaan ziehen wollen, bekommen sie von Jossef reichlich Nahrung mit. Um sie auf die Probe zu stellen, versteckt er seinen silbernen Trinkbecher in Binjamins Satteltasche, so daß Binjamin, nachdem der Becher bei ihm gefunden wurde, in Ägypten zurückbleiben muß.

Haftarah: I Melachim 3:15 – 4:1

Fallen Schabbat und Chanukah zusammen, so wird die Haftarah aus Secharijah, Kapitel 2:14 – 3:7 gelesen.

König Schlomoh hatte einen Traum von zwei Frauen, die jeweils ein Kind hatten. Als ein Kind stirbt, nimmt die eine Frau das Kind der anderen und behauptet, es sei ihres. So gehen sie zu König Schlomoh, welcher entscheidet, das Kind mit einem Schwert spalten zu wollen.

Die wahre Mutter aber flehte um Erbarmen für das Kind. Dies war für König Schlomoh der Beweis, dass diese die leibliche Mutter des Kindes war und in seiner Weisheit entschied er, das Kind der wahren Muter zurückzugeben.

Psalm 40 – Stufen des Gottvertrauens

Der Wochenabschnitt beginnt: „Es war nach Beendigung  zweier voller Jahre, da träumte Pharao, und siehe, er stand am Flusse“ (Bereschit 41,1). Was ist der Sinn dieser Zeitangabe? Eine Antwort auf die Frage, was es mit den zwei Jahren  auf sich hat, finden wir im Kommentar von Raschi zum letzten Vers des vorigen Wochenabschnitts. „Es gedachte aber der Fürst der Schenke Josefs nicht, und so vergaß er ihn“ (Bereschit 40,23). Raschi erklärt: „Weil Josef von ihm sich abhängig gemacht, auf ihn vertraute, dass er seiner gedenken werde, musste er noch zwei Jahre im Gefängnis bleiben, denn so heißt es Psalm 40,5: Heil dem Manne, der den Ewigen genommen zu seinem Verlass und sich nicht gewandt zu den stolzen Prahlern.“

Raschi referiert einen Midrasch (Bereschit Rabba 69,3), der  viele Autoren beschäftigt hat, weil er widersprüchlich zu sein scheint: „Heil dem Manne, der den Ewigen genommen zu seinem Verlass“ – das ist Josef. „Und sich nicht gewandt zu den stolzen Prahlern“ – weil er zum Fürsten der Schenke sagte: „Und nun, so du meiner Eingedenk bleibst, wenn es dir wohl geht, so mögest du mir doch Gnade erweisen und meiner gedenken bei Pharao, dass du mich heraus bringst aus diesem Hause“ (Bereschit 40,14) wurden ihm zwei Jahre hinzugefügt. Am Anfang sagt der Midrasch, Josef sei ein Mann mit Gottvertrauen (hebr. Bitachon) gewesen; aber aus der Fortsetzung geht hervor, dass es Josef an Bitachon mangelte.

Noch eine Frage drängt sich auf: Wir dürfen uns bekanntlich nicht auf Wunder verlassen – warum wurde dann Josef bestraft, weil er etwas unternommen hat, um freizukommen? Eine Antwort, die Rabbi N. Scherman anführt, besagt, dass es mehrere Stufen des Gottvertrauens gibt. Josef hatte eine sehr hohe Stufe erreicht, und gerade deshalb wurde er bestraft, als er einen Mann um Unterstützung bat, von dem keine Hilfe zu erwarten war. Einem Menschen, der auf einer niedrigen Bitachon-Stufe steht, würde niemand für das, was Josef tat, kritisieren.

Псалом 40 – Ступени доверия к Богу

Недельная глава начинается  словами:

«И  было,  по истечении  двух лет Паро снилось»  (Брейшит 41, 1). Какой смыл заложен  в данном указании времени?  Ответ на вопрос, что означает  упоминание двух лет,  мы находим в комментарии Раши к последней строфе  предыдущей  недельной главы: «И не вспомнил начальник виночерпиев об Иосифе,  и забыл его» (Брейшит 40, 23).

Раши  поясняет:

«Так  как Иосиф сделался зависимым от него,  верил ему, что он вспомнит о нём,   он вынужден был ещё два года  находиться в тюрьме, ибо в псалме 40, 5   сказано: «Счастлив муж,  который избрал Господа оплотом  своим и не обращался  к гордецам».

Раши  реферирует Мидраш (Брейшит Рабба 69, 3), который из – за кажущейся его противоречивости  исследовался многими авторами:

«Счастлив  муж, который избрал Господа оплотом  своим» – это Иосиф. «…и не обращался к гордецам» – так  как  он сказал главному виночерпию: «Если  же  ты  вспомнишь  обо  мне,  когда  тебе  будет  хорошо,  и  сделаешь  мне  милость, и напомнишь  обо мне Паро, то выведешь  меня  из этого дома»   (Брейшит 40, 14),  ему  пришлось сидеть в тюрьме  ещё два года. В  самом начале Мидраш  говорит, что  Иосиф был  человеком с большим доверием к Богу  (на иврите: Битахон). Из  продолжения Мидраша следует, однако,  что Битахона Иосифу не хватало.

Встаёт ещё  один  вопрос: мы не должны полагаться на чудо. Но почему тогда Иосиф  был наказан за то, что он предпринял что – то для своего освобождения? Ответ Рабби   Н. Шермана гласит, что  существует много ступеней  доверия к Богу.  Иосиф достиг  очень высокой  ступени, и именно поэтому он и был наказан, когда  просил о поддержке человека, от которого нельзя было ждать никакой помощи.   Человека, который находится на более низкой ступени доверия к Богу по сравнению с Иосифом,  никто за такую просьбу  критиковать не будет.